Inhalt:
Spätestens seit den antirassistischen Protesten der Black-Lives-Matter-Bewegung im Jahr 2020 hat die Debatte über Rassismus in der wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Auseinandersetzung eine zentrale Rolle eingenommen.In prominenten Ansätzen bleibt die wichtige Frage nach den gesellschaftlichen und individuellen Entstehungsbedingungen des Phänomens jedoch oft ausgespart.
Diese Lücke möchte der Workshop mit einem einführenden Blick auf sozialpsychologische Theorien des Rassismus addressieren. Sozialpsychologie stellt in einer kritischen Theorie das Scharnier zwischen der Analyse von Gesellschaft und Individuen dar. Sie hat das Vermögen und die Aufgabe, die „in den innersten Mechanismen des Einzelnen bestimmende[n] gesellschaftliche[n] Kräfte aufzudecken“ (Adorno), und kann durch die Rekonstruktion der psychosozialen Verfassung der Menschen ihre Handlungs- und „Reaktionspotentiale“ (Adorno et al 1973, S. 6) beschreiben.
Der Workshop führt zunächst in zentrale Begriffe und Erkenntnisse einer materialisischen und psychoanalytischen Sozialpsychologie ein und fragt anschließend nach den Gründen rassistischer Ideologien und Handlungen, sowie Maßnahmen gegen diese. Zuletzt soll es ebenfalls um Abgrenzungen und Überlagerungen zu anderen Ideologemen wie Antisemitismus und Sexismus gehen.
Wer:
Jakob Hoffmann studiert Sozialwissenschaften in Hamburg und lebt in Wien. Er ist Gründungsmitglied der Gesellschaft für kritische Bildung e. V., schreibt zu aktuellen Fragen der Gesellschaftstheorie und arbeitet in verschiedenen Zusammenhängen als Bildungsreferent. Letzte Publikationen sind die mit herausgegebenen Sammelbände “Klimawandel und Gesellschaftskritik” und “Erinnern als höchste Form des Vergessens?” im Verbrecher Verlag.