Inhalt:
In den vergangenen 10 Jahren nahmen Anschläge, die von (jungen) Männern ausgeführt wurden immer mehr zu. Oft handelten sie allein und wurden als Einzeltäter wahrgenommen. Diese Leseweise verstellt den Blick auf die gesellschaftliche Dimension der Taten. Attentäter wie Andreas Behring Breivik, Elliott Rodger, Alek Minassian oder Stephan Balliet begingen ihre Taten zwar allein, jedoch besuchten sie im Vorfeld Foren und Netzwerke, wie die der Incel-Community, tauschten sich in ihnen aus und veröffentlichten ihre Manifeste in diesen. Ihre Taten werden in diesen Foren weiterhin besprochen und ihre Mitglieder beziehen sich auf die Attentäter. Gemeinsam ist allen Tätern und ihren Bewunderern das männliche Geschlecht und ihre Misogynie. Der Workshop verfolgt die These, dass die Anschläge mit Männlichkeit als gesellschaftlich konstruiertes Identitätskonzept verwoben sind und sich bei den oben beispielhaft genannten Männern Männlichkeit radikalisiert hat.
Ziel des Workshops ist es mit Hilfe von Theorien aus der Soziologie und der Sozialpsychologie die Taten in Bezug auf die Gesellschaft zu analysieren und damit den Zusammenhang zwischen Subjekt und Gesellschaft zu verstehen.