| Bemerkung |
‚Wahnsinnsszenen‘ spielen in zahlreichen Opern eine bedeutende Rolle und kulminieren häufig in tragischen wie hochvirtuosen Arien. Die dramaturgische Anlage und musikalische Gestaltung von Wahnsinn variiert jedoch enorm und hängt nicht nur mit den jeweiligen Opernkonventionen, sondern auch mit der zeitgenössischen Sicht auf psychische Ausnahmezustände zusammen. Im Seminar wird ein Überblick über das Phänomen Wahnsinn in der Oper anhand von zahlreichen Fallbeispielen aus vier Jahrhunderten gegeben, die u.a. von La finta pazza (1641) über Nina, ossia la pazza per amore (1789) und Lucia di Lammermoor (1835) bis hin zu Wozzeck (1925) reichen. Untersucht werden diese Fallbeispiele in Bezug auf ihren kulturellen Kontext sowie die Form der Wahnsinnsdarstellung – z.B. als Strategie, als Mittel der Komik oder als irreversibler Verlust der Vernunft. Dabei stehen auch die sich stark wandelnden Geschlechterbilder und deren Einfluss auf die Gestaltung von Wahnsinnsszenen im Fokus. Ziel des Seminars ist es, Wahnsinnsszenen im Spannungsfeld von Operngeschichte, Kulturgeschichte und Geschlechterdiskursen einzuordnen und zu reflektieren.
Anmeldung:
Die Anmeldung erfolgt im Zeitraum vom 07.09.2026 um 08.00 Uhr bis zum 30.09.2026 per Ilias: Inhalt: Musikwissenschaft WS 2026-27: HfMT ILIAS , dort bitte Kurs auswählen, beitreten und sich als Mitglied eintragen.
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