| Bemerkung |
Innerhalb und außerhalb Europas erstarken seit etwa 2000 rechtspopulistische Parteien und Bewegungen. Das kann man ablesen z.B. an der letzten Europawahl, der erneuten Präsidentschaftswahl Donald Trumps im November 2024 und den hohen Umfragewerten der AfD in Deutschland. Auch im Bereich der Populären Musik gibt es zunehmend rechtspopulistische Inhalte, nicht mehr nur als so genannter Rechtsrock, sondern auch als Rap, Schlager und in anderen Stilrichtungen. Das Seminar untersucht alte und neue Formen rechtspopulistischer Musik und fragt nach einer sinnvollen Thematisierung im Musikunterricht. In diesem Zusammenhang setzen wir uns mit aktuellen Deutungen von Gesellschaft im medialen und im wissenschaftlichen Diskurs sowie mit musikpädagogischen Fragen auseinander. Außerdem besteht die Möglichkeit, sich anhand von Filmen, Quellen und Zeitzeug*innenberichten mit der nationalsozialistischen Musikerziehung zwischen 1933 und 1945 vor allem in den Jugendorganisationen der NSDAP zu befassen. Da geht es um die Fragen, welche Spuren die Musikerziehung der damaligen Zeit in der Geschichte der Musikpädagogik hinterlassen hat, wie man sich mit diesem Thema im schulischen Musikunterricht befassen kann und ob bzw. welche Verbindungslinien sich zwischen der heutigen und der damaligen Situation konstatieren lassen.
Außerdem entwickeln die Seminarteilnehmenden Materialien und Poster zu bestimmten Aspekten eines demokratiebildenden Musikunterrichts (z.B. Gruppenmusizieren, Manipulation durch Musik in der NS-Zeit, Rechtspopulistismus in Musikvideos usw.) und stellen einander die Ergebnisse vor.
Diese Veranstaltung erfolgt in Kooperation mit einer Seminargruppe von Prof. Dr. Johann Honnens in Berlin und umfasst u.a. eine Exkursion nach Berlin, wo die Berliner Studierenden für Schlafplätze sorgen. Deshalb setzt es die Bereitschaft voraus, vom 12.-13.2. wiederum je einen Schlafplatz pro Person für eine*n Berliner Studierende*n in Köln zu organisieren. Für die Bahnreise gibt es einen Fahrtkostenzuschuss.
Zeitliche Struktur des Seminars:
- Freitag, 30.10.2026, 14-15:30 Uhr: Einführende Sitzung
- 1. Block in Berlin: 11.12., 14-18 Uhr und 12.12.2026, 9:30-17:00 mit Besuch des Archiv der Jugendkulturen
- Freitag, 15.1.2027, 14-17 Uhr: Online-Treffen
- Freitag, 29.1.2027, 14-17 Uhr: Online-Treffen
- 2. Block in Köln: 12.2., 14-18 und 13.2.2027, 9:30-17:00
Anmeldung: 7.9.-1.10.2026 (nach der Frist sind nur noch Anfragen möglich; die Plätze werden in der Reihenfolge ihrer Anmeldung vergeben) unter anne.niessen@hfmt-koeln.de |