Bemerkung |
Musik ist seit je Ausdruck von Freude und Trauer, Glück und Schmerz, Sehnsucht und Verlust, Klage und Anklage. Das flüchtige Er- und Verklingen prädestiniert die Zeitkunst zur sinnlich erfahrbaren Allegorie von Leben, Sterben, Tod. Exemplarische Passions- und Requiem-Vertonungen aus vier Jahrhunderten konfessionell und liturgisch gebunden oder formal und inhaltlich frei beleuchten sowohl epochentypische rhetorische Figuren, Instrumentationstopoi, Satz- und Formmodelle als auch zentrale Motive von christlicher Theologie, Philosophie, Politik und Zeitgeschehen einschließlich der wieder und wieder geäußerten Bitte um Frieden für die Toten wie die Lebenden. Angefangen bei Johannes Ockeghem über Henry Purcell, Heinrich Schütz und Johann Sebastian Bach bis zu Wolfgang Amadeus Mozart widmet sich das Seminar vor allem sinfonisch dimensionierten Werken des 19. und 20. Jahrhunderts, etwa von Hector Berlioz, Giuseppe Verdi, Johannes Brahms, Antonín Dvořák, Gabriel Fauré, Alban Berg, Igor Strawinsky und Benjamin Britten. Durch persönlich und millionenfach erlittenes Leid in Folge von Weltkriegen, Diktaturen und Holocaust werden nach 1945 zuweilen auch Sinfonien, Streichquartette, Kammermusikwerke, Kantaten und Instrumentalkonzerte zu Totenmessen, die gegen Krieg und für Frieden protestieren, etwa bei Dmitrij Schostakowitsch, Bernd Alois Zimmermann, Galina Ustwolskaja oder George Crumb. Veritable neuere „Requien“ schrieben György Ligeti, Alfred Schnittke, Andrew Lloyd Webber, Enjott Schneider, Hans Werner Henze, Sofia Gubaidulina und viele andere.
Die Anmeldung erfolgt im Zeitraum vom 01.09.2025 um 08.00 Uhr bis zum 29.09.2025 per Ilias: Lehrveranstaltungen: Musikwissenschaft WiSe 2025/26, https://ilias.hfmt-koeln.de/goto.php?target=cat_164072&client_id=HFMT , dort bitte Kurs auswählen, beitreten und sich als Mitglied eintragen
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